Wellplatten montieren – richtig verlegen, verschrauben & überlappen

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Die Montage von Wellplatten entscheidet darüber, ob Ihre Überdachung dauerhaft dicht, stabil und langlebig bleibt oder ob später Undichtigkeiten, Geräusche oder Rissbildung auftreten. Deshalb lohnt es sich, von Anfang an sauber zu arbeiten. In diesem Praxisleitfaden zeigen wir Ihnen, wie Sie Wellplatten richtig verlegen und befestigen, wo und wie oft Sie schrauben sollten und welche Überlappung sinnvoll ist. Die Hinweise stammen direkt aus der täglichen Praxis im Bedachungshandel.

Vorbereitung: Das sollten Sie vor der Montage prüfen

  • passende Unterkonstruktion (Holz oder Metall)
  • korrekter Lattenabstand (material- & schneelastabhängig)
  • ausreichende Dachneigung
  • richtiges Befestigungsmaterial
  • Berücksichtigung der Wärmeausdehnung

Praxis-Tipp aus dem Bedachungshandel: Die meisten Schäden entstehen nicht durch das Material selbst, sondern weil zu große Lattenabstände gewählt werden oder Schrauben zu fest angezogen sind. Wenn Sie diese Punkte beachten, vermeiden Sie spätere Reklamationen von Anfang an.

Wie werden Wellplatten richtig verlegt?

Verlegen Sie Wellplatten grundsätzlich von unten nach oben, also von der Traufe in Richtung First. So kann Regenwasser zuverlässig ablaufen, ohne unter die Platten zu gelangen oder sich zu stauen. Achten Sie bei der Montage in horizontaler Richtung außerdem darauf, die Lichtplatten gegen die Windrichtung zu verlegen. Dadurch kann der Wind nicht unter die Überlappung greifen und hat deutlich weniger Angriffsfläche.

Wellplatten – wie rum?
Bei Wellplatten mit Waben-, Rillen- oder C-Struktur zeigt die strukturierte Seite nach unten. Glatte Platten mit einseitigem UV-Schutz sind in der Regel entsprechend gekennzeichnet – diese Seite sollte bei der Montage nach oben zeigen. Platten mit beidseitigem UV-Schutz können hingegen beliebig gewendet werden.

Da sich die Montage je nach Material wie PVC, PET, Polycarbonat, Acryl oder Wellpolyester unterscheidet, dient dieser Beitrag als allgemeine Orientierung. Die jeweils passenden und verbindlichen Montageanweisungen für Ihre gewünschte Lichtplatte finden Sie in der nachfolgenden PDF.

Wie weit müssen Wellplatten überlappen?

Die notwendige Überlappung hängt nicht nur vom Material ab, sondern zusätzlich von der Dachneigung sowie von der regionalen Wetterbelastung, weil Wind und Regen unterschiedlich stark einwirken. Deshalb sollten Sie diese Richtwerte beachten:

Die richtige Überlappung sorgt für Dichtigkeit und Stabilität.

  • Querüberlappung: mindestens eine komplette Welle
  • Längsüberlappung: ca. 150–200 mm (abhängig von Dachneigung)
  • Geringe Dachneigung: größere Überlappung einplanen

Merke: Je flacher das Dach, desto größer muss die Überlappung sein.

Wie verschraubt man Wellplatten?

Die Verschraubung zählt zu den kritischsten Punkten, weil sie maßgeblich über Dichtigkeit, Halt und Geräuschentwicklung entscheidet.

Sinus-Kalotte aus Aluminium mit unterseitiger Moosgummidichtung und Spenglerschraube mit EPDM-Dichtscheibe zur Befestigung von Lichtplatten
Sinus-Kalotte aus Aluminium mit unterseitiger Moosgummidichtung und Spenglerschraube mit EPDM-Dichtscheibe zur Befestigung von Lichtplatten

Wo schraubt man Wellplatten?
In der Praxis werden Wellplatten auf dem Wellenberg verschraubt, idealerweise mit Spenglerschrauben in Kombination mit Kalotten und/oder Abstandhaltern. Durch die Verschraubung auf dem Wellenberg kann kein Wasser an der Schraube stehen bleiben, wodurch die Dichtung dauerhaft geschützt bleibt und die Verschraubung langfristig dicht ist.

Wie oft schraubt man Wellplatten?

  • Randbereiche: jede Welle
  • Innenbereiche: jede zweite bis dritte Welle
  • abhängig von Wind- & Schneelast

Wichtig: Ziehen Sie die Schrauben nicht zu fest an. Nur so kann die Dichtscheibe richtig abdichten und bleibt unbeschädigt.

Wie werden Wellplatten richtig gemessen?

Damit Sie Wellplatten korrekt planen und bestellen können, ist das richtige Messen entscheidend. Da Wellplatten immer mit einer Überlappung montiert werden, ist nicht die reine Plattenbreite, sondern die Deck- bzw. Nutzbreite ausschlaggebend. Diese gibt an, welche Fläche nach der Montage tatsächlich abgedeckt wird.

  • Plattenbreite minus Überlappung = Nutzbreite (Deckbreite)
  • Länge inkl. Trauf- und Firstüberstand einplanen
  • Verschnitt und Anpassungen berücksichtigen

Welches Wellplatten-Profil habe ich?

Eine häufige Frage in der Praxis lautet: Wie erkenne ich, welches Wellplatten-Profil vorliegt? Das lässt sich direkt an einer vorhandenen Platte messen – ganz ohne Herstellerangabe.

Wellplatte Sinus 76/18 mit Plattenbreite 1045 mm und Nutzbreite 980 mm – Maßskizze
Gängiges Wellplattenprofil Sinus 76/18 mit Platten- und Deckbreite

Im gezeigten Beispiel handelt es sich um eine Wellplatte Sinus 76/18 – eines der am häufigsten verwendeten Profile bei Dach- und Wandverkleidungen.

  • 76 mm = Abstand von Mitte Wellenberg zu Mitte Wellenberg
  • 18 mm = Höhe der Welle

Ergibt die Messung also einen Wellenabstand von 76 mm und eine Wellenhöhe von 18 mm, handelt es sich eindeutig um das Profil 76/18. Nach dem gleichen Prinzip können Sie übrigens auch Lichtwellplatten mit Trapezprofil messen.

Plattenbreite oder Deckbreite – was zählt wirklich?

Bei der Berechnung der benötigten Plattenmenge ist immer die Deckbreite entscheidend. Im Praxisbeispiel besitzt die Wellplatte:

  • Plattenbreite: 1.045 mm
  • Deckbreite (Nutzbreite): 980 mm

Wird nur eine Platte verlegt, deckt sie die volle Breite ab. Kommt eine zweite Platte hinzu, überlappt sie die erste, weshalb ab dann nur noch die Deckbreite je Platte zur Gesamtbreite addiert wird.

Praxisbeispiel: Gesamtdeckbreite berechnen

Angenommen, es sollen 5 Wellplatten Sinus 76/18 nebeneinander montiert werden.

Berechnung:

4 × 0,98 m (Deckbreite) + 1 × 1,045 m (erste Platte) = 4,965 m Gesamtdeckbreite

Dieses Vorgehen sorgt für eine realistische Planung, vermeidet Materialmangel und hilft dabei, Kosten sowie Verschnitt zu minimieren.

Fazit: Richtig messen spart Zeit und Kosten

Wer Wellplatten korrekt ausmessen möchte, sollte stets das Profil (z. B. 76/18) eindeutig bestimmen und bei der Flächenberechnung konsequent mit der Deckbreite arbeiten. Gerade bei größeren Dachflächen macht dies einen erheblichen Unterschied in der Materialplanung.

Warum Alu-Klebeband unter Wellplatten?

Bei der Montage von Wellplatten ist mit Aluband stets Aluminium-Klebeband gemeint. Dieses klebt man auf alle Flächen der Unterkonstruktion, die der Unterseite der Lichtplatten zugewandt sind.

Aluminium-Klebeband hellt die meist dunkle Holzunterkonstruktion auf. Dadurch nimmt die Konstruktion weniger Wärme auf und verhindert einen gefährlichen Hitzestau unter den Lichtplatten.

Ein Hitzestau kann insbesondere bei PVC-, Polycarbonat- und Acryl-Wellplatten zu folgenden Problemen führen:

  • Verformung der Platten
  • Verfärbungen oder Vergilbung
  • vorzeitiger Verlust des UV-Schutzes
  • Materialermüdung (porös oder rissig)
Alu-Band zum Abkleben der Holzunterkonstruktion bei der Montage von Lichtplatten

Praxis-Tipp aus dem Bedachungshandel: Besonders bei lichtdurchlässigen Wellplatten auf Holzunterkonstruktionen empfehlen wir Alu-Klebeband dringend. Alternativ können Sie diese Flächen auch weiß streichen – entscheidend ist die Reduktion der Wärmeaufnahme.

Schneelast, Wind & regionale Unterschiede

In Deutschland gelten unterschiedliche Schneelastzonen. In höheren Lagen oder schneereichen Regionen sind engere Lattenabstände, stärkere Platten und mehr Befestigungspunkte erforderlich.

Empfehlung aus der Praxis: Im Zweifel immer eine stabilere Ausführung wählen – das zahlt sich langfristig aus.

Wellplatten & Zubehör im Shop

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Weiterführende Ratgeber

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